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Neoplasien des Gebärmutterhalses/Humane Papillomaviren (HPV)



Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Neoplasien des Gebärmutterhalses/Humane Papillomaviren (HPV)

Durch Infektion mit bestimmten humanen Papillomaviren (HPV) kommt es im Bereich der sogenannten „Transformationszone“ (Übergang des unverhornten Plattenepithels der Scheide und des Gebärmuttermundes zum schleimproduzierenden Zylinderepithel des inneren Gebärmutterhalses) zu Wachstums- und Differenzierungsstörungen. Diese Veränderungen werden als Dysplasie oder cervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) bezeichnet. Sie können sich zu einem invasiven Karzinom weiterentwickeln, nach ihrem Schweregrad werden sie in mehreren Stufen eingeteilt:

• leichte Dysplasie (CIN 1)
• mittelschwere Dysplasie (CIN 2)
• schwere Dysplasie (CIN 3)
• Carcinoma in situ (CIS)

In den vergangenen Jahren hat eine große Zahl epidemiologischer Studien den Beweis erbracht, dass zwischen dem Auftreten eines Gebärmutterhalskrebses mit all seinen Vorstufen und der Infektion mit bestimmten HPV-Typen ein eindeutiger Zusammenhang besteht.

Es liegen folgende Risikofaktoren für diese Erkrankung vor:

• früher Beginn der sexuellen Aktivität
• Zahl der Sexualpartner
• Zahl der Sexualpartner des männlichen Partners
• sexuell übertragene Erkrankungen in der Vorgeschichte
• Peniskarzinom des Partners
• Gebärmutterhalskrebs bei einer früheren Partnerin des männlichen Sexualpartners

Der Nachweis von humanen Papillomaviren (HPV) ist durch den Zellabstrich möglich und Voraussetzung für ggf. notwendige therapeutische Schritte.

Leichte Dysplasien (CIN 1) bilden sich in über 50% der Fälle spontan zurück, mittelschwere Veränderungen (CIN 2) in 43% und bei schweren Dysplasien (CIN 3) oder Carcinoma in situ (CIS) kommt es nur mehr in 32% zur spontanen Rückbildung. 12% von CIN 3-Fällen entwickeln sich zu einem invasiven Karzinom!

Unabhängig von der je nach dem Schweregrad der lokalen Veränderung vertretbaren Beobachtungszeit gibt es de facto außer einem kleinen lokalen Eingriff (Konisation) keine konservative Therapie, welche zu einer Rückbildung der HPV-Infektion führen kann. Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien hat belegt, dass die Impfung von jugendlichen Mädchen (und Knaben!) geeignet ist, dem Entstehen eines Gebärmutterhalskrebses auf Basis einer HPV-Infektion vorzubeugen. Durch diese Impfung wird zwar ein Großteil, jedoch nicht alle HPV-Typen erreicht. Daher ist der jährliche Krebsabstrich (PAP-Abstrich) weiterhin unbedingt nötig.